Manche Bilder holen dir einen besonderen Moment zurück, das Lachen am Küchentisch oder die Sonne auf der Haut beim letzten Urlaub. Viel zu schade, um sie in einer Schublade liegen zu lassen.
Wenn du einen Bilderrahmen selber machen möchtest, kannst du Holz, Farbe und Form genau auf dein Lieblingsmotiv abstimmen. Vielleicht gefällt dir helles Holz mit sichtbarer Maserung, vielleicht ein kräftiger Farbton, der ein Detail aus dem Bild aufgreift. Mit deinen eigenen Ideen wird der Rahmen ebenso persönlich wie das Motiv darin. Und wenn dein Bild schließlich an der Wand hängt, kannst du dich gleich doppelt freuen, über die Erinnerung darin und über das, was du selbst geschaffen hast.
Selbst bauen oder deinen alten Rahmen neu gestalten
Du kannst deinen Rahmen aus Holzleisten selbst bauen oder einen vorhandenen Rahmen nach deinen Vorstellungen gestalten. Beim Selbstbau schneidest du die Leisten zu, schaffst eine Aufnahme für dein Bild und verbindest die Ecken. Anschließend behandelst du die Oberfläche und setzt dein Motiv ein. Dabei bestimmst du selbst, wie breit die Leisten werden und welche Holzmaserung dein Bild umgibt.
Einen fertigen Rahmen gestaltest du dagegen, indem du ihn bemalst, beklebst oder mit Stoff beziehst. Dafür musst du weder Holz zusägen noch Eckverbindungen herstellen. Vielleicht wartet bei dir noch ein altes Exemplar, dessen Farbe nicht mehr zu deiner Einrichtung passt. Mit einem neuen Anstrich kannst du einen Farbton aus deinem Lieblingsbild aufgreifen und beides aufeinander abstimmen.
Mit diesem Holz und Werkzeug legst du los
Für deinen ersten Bilderrahmen brauchst du nicht gleich eine Werkstatt voller Maschinen. Mit fertig gehobelten Leisten kannst du auch von Hand arbeiten und den Falz durch aufgeleimte Holzleisten herstellen.
Deine Grundausstattung für den ersten Rahmen
0 / 7 erledigtDas passende Holz für deinen Rahmen
Als Holz eignen sich beispielsweise Eiche, Nussbaum, Kirsche oder Linde.
| Holz | Eigenschaften |
|---|---|
| Eiche | ist hart und robust, ihre ausgeprägte Maserung bleibt auch bei einer transparenten Behandlung gut sichtbar. |
| Nussbaum | bringt von Natur aus warme, teils dunkelbraune Farbtöne mit und passt besonders gut zu einer dunkleren Einrichtung. |
| Kirsche | hat eine feinere Maserung und einen warmen, rötlichen Farbton, der mit der Zeit nachdunkelt. |
| Linde | lässt sich vergleichsweise leicht von Hand bearbeiten, bekommt aber schneller Druckstellen. |
Wähle trockene, gerade und möglichst astfreie Leisten und lass sie vor der Verarbeitung einige Tage im späteren Raumklima liegen. Breite und Stärke müssen zum Bildformat und zum Gewicht der Verglasung passen. Für deinen ersten Versuch ist ein kleiner Rahmen leichter zu handhaben als ein großes Format.
Damit dein Rahmen zu deinem Bild passt
Bevor du die Holzleisten zuschneidest, misst du dein Bild aus und entscheidest, ob du ein Passepartout verwenden möchtest. Berücksichtige auch die Dicke von Glas und Rückwand, damit später alle Teile in den Rahmen passen.
So findest du die richtigen Maße
Miss dein Bild flach liegend aus. Verwendest du ein Passepartout, ist dessen Außenmaß für die Aufnahme im Rahmen entscheidend. Unterscheide dabei zwischen der sichtbaren Öffnung und dem rückseitigen Falz, in dem die einzelnen Teile liegen. Die Öffnung vorne fällt etwas kleiner aus, damit die Bildränder verdeckt bleiben.
Plane im Falz etwas Spiel ein, damit Glas und Rückwand nicht eingeklemmt werden. Eine Skizze mit allen Maßen hilft dir, vor dem Zuschnitt den Überblick zu behalten.
Platz für dein Bild schaffen, auch ohne Oberfräse
Für einen Falz ohne Fräsen verwendest du breite Leisten für die Vorderseite und schmalere Leisten für die Rückseite. Die schmaleren leimst du später außen bündig auf den zusammengesetzten Rahmen. Dadurch entsteht innen eine umlaufende Stufe. Die Breite der hinteren Leisten bestimmt die Größe der Aufnahme, ihre Dicke die verfügbare Tiefe. Diese muss für Glas, Bild, gegebenenfalls Passepartout und Rückwand ausreichen.
So passen deine vier Ecken zusammen
Saubere Eckverbindungen beginnen mit genauem Anzeichnen.
Erst am Reststück üben
Probiere den Gehrungsschnitt zunächst an einem Reststück aus, bevor du deine Rahmenleisten zuschneidest.
Leisten anzeichnen und zusägen
Schneide die Enden der vorderen Leisten im 45-Grad-Winkel mit entgegengesetzter Richtung zu. Die Außenkante ist jeweils länger als die Innenkante. Sichere Werkstück und Gehrungslade gegen Verrutschen.
Passform prüfen
Gegenüberliegende Leisten müssen gleich lang sein. Lege alle vier Teile auf einer ebenen Unterlage zusammen und kontrolliere die Ecken mit dem Winkel.Rahmen verleimen
Trage Holzleim nach Herstellerangabe auf die Verbindungsflächen auf. Spanne den Rahmen mit Eckschonern zusammen und prüfe seine Ausrichtung erneut.
Leim aushärten lassen
Halte die angegebenen Press- und Aushärtezeiten ein, bevor du den Rahmen weiterbearbeitest.Rückseitige Leisten ergänzen
Schneide die schmaleren Leisten passend zu und leime sie außen bündig auf. Diese dürfen an den Ecken stumpf aneinanderstoßen. Fixiere sie mit Schraubzwingen und Zulagen.Große und schwere Rahmen
Bei großen oder schweren Rahmen können zusätzliche Eckverstärkungen nötig sein. Eine reine Leimverbindung ist nicht für jede Belastung ausreichend.
Gib deinem Holz die Oberfläche, die dir gefällt
Schleife die Flächen glatt und entschärfe scharfe Kanten vorsichtig mit Schleifpapier. Arbeite dabei in Richtung der Holzmaserung, damit möglichst keine sichtbaren Schleifspuren entstehen. Entferne anschließend den Schleifstaub, bevor du Öl, Wachs oder Lack aufträgst.
Vorher testen
Teste die gewünschte Behandlung zuerst an einem Reststück, da sie Holzfarbe und Glanz verändern kann.
Öl betont häufig die Maserung, während ein deckender Lack dem Rahmen eine neue Farbe gibt. Greife für den Anstrich beispielsweise einen Ton aus deinem Motiv auf, um Bild und Rahmen miteinander zu verbinden. Wenn du die natürliche Holzoptik erhalten möchtest, kommt eine transparente Behandlung infrage. Halte dich bei Auftrag und Trocknung an die Herstellerangaben. Setze dein Bild erst ein, wenn die Oberfläche ausreichend ausgehärtet ist.
So setzt du Glas, Bild und Rückwand sicher ein
Glas und Rückwand kannst du passend zuschneiden lassen. Prüfe vor dem Einsetzen, ob beide ohne Druck in den Falz passen und die Kanten unbeschädigt sind. Lege den Rahmen mit der Vorderseite auf eine saubere, weiche Unterlage, damit die Oberfläche keine Kratzer bekommt.
Lege zuerst das saubere Glas ein, danach das Bild mit einem geeigneten Abstandhalter oder Passepartout und zuletzt die Rückwand. Für empfindliche Fotos und Papierarbeiten ist Abstand zur Scheibe sinnvoll. Kontrolliere vor dem Verschließen, ob dein Motiv gerade sitzt und sich noch Staub oder Fingerabdrücke auf der Innenseite des Glases befinden. Befestige die Rückwand mit passenden Drehhaltern oder Rahmenfedern, ohne das Glas einzuklemmen. Wähle die Aufhängung nach dem Gesamtgewicht und achte auch auf eine geeignete Befestigung an deiner Wand. Kleine Filzpunkte an den unteren Rahmenecken können die Wand vor Scheuerspuren schützen.
Dein Wunschrahmen ohne Säge und Werkbank
Ein persönlicher Bilderrahmen muss nicht komplett in deiner Werkstatt entstehen. Wenn du lieber mit Farben und Materialien experimentierst, kannst du einen schlichten Holzrahmen als Grundlage nehmen. Ein Anstrich in deiner Lieblingsfarbe, ein Stoffbezug oder aufgeklebte Verzierungen geben ihm eine eigene Note. Prüfe vorher, ob sich die Oberfläche für deine Gestaltung eignet und ob Glas, Rückwand und Aufhänger enthalten sind oder ergänzt werden müssen.
Soll dein Rahmen ohne eigene Holzarbeiten genau zum Bild passen, kannst du ihn über unseren Konfigurator zusammenstellen. Miss dafür dein Motiv sorgfältig aus und beachte die Hinweise zur Maßeingabe.
Überlege bei der Auswahl, welche Wirkung du erzielen möchtest. Ein dezenter Rahmen lässt die Farben deines Bildes stärker hervortreten, während eine auffällige Einfassung selbst zum Blickfang wird. Beziehe auch die Möbel und die Wandfarbe am vorgesehenen Platz ein, damit dir das Zusammenspiel später gefällt. Ob selbst verziert oder passend angefertigt, du entscheidest, wie du dein Lieblingsbild zeigen möchtest. So wird aus einem Bild, das dir viel bedeutet, eine Erinnerung, die dich jeden Tag begleitet.